Was ist ein Bausparvertrag? Einfach erklärt

Ein Bausparvertrag ist ein staatlich geförderter Sparvertrag mit garantiertem Darlehensrecht. Wir erklären wie er funktioniert, was er kostet und für wen er sich lohnt.

Was ist ein Bausparvertrag? Einfach erklärt
Auf einen Blick
  • Kombination aus Sparphase + günstigem Darlehen
  • Staatliche Förderung bis 1.185 €/Jahr
  • Laufzeit typischerweise 7-12 Jahre
  • Zinssicherheit: Darlehenszins steht schon beim Abschluss fest
  • Ab 25 €/Monat sparbar

Ein Bausparvertrag ist ein zweckgebundener Sparvertrag, bei dem du zunächst einen festgelegten Betrag ansparst und danach ein günstiges Darlehen für Wohneigentum erhältst. Dabei steht der Zinssatz für das spätere Darlehen schon beim Abschluss fest — egal wie sich die Marktzinsen entwickeln.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag genau?

Der Bausparvertrag besteht aus zwei Phasen: der Ansparphase und der Darlehensphase. In der Ansparphase zahlst du monatlich eine festgelegte Rate ein und erhältst Guthabenzinsen (aktuell 0,1% p.a.). Hast du etwa 40-50% der vereinbarten Bausparsumme angespart und bestimmte Mindestlaufzeiten erfüllt, wird dein Vertrag zugeteilt.

Die Ansparphase

Du zahlst monatlich deine Sparrate ein. Typischerweise 7-10 Jahre, bis du den erforderlichen Besparungsgrad (40-50%) erreicht hast. Staatliche Förderungen fließen ebenfalls auf dein Bausparkonto.

Die Darlehensphase

Nach der Zuteilung kannst du das Bauspardarlehen abrufen. Der Zinssatz ist bereits beim Abschluss vereinbart — aktuell ab 2,25% p.a. Dieser Satz gilt über die gesamte Tilgungsphase.

Für wen lohnt sich ein Bausparvertrag?

Besonders lohnenswert ist ein Bausparvertrag für junge Menschen, die in 7-15 Jahren eine Immobilie kaufen oder renovieren wollen. Wer die staatliche Förderung (Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage, Wohn-Riester) nutzen kann, erzielt eine Gesamtrendite, die trotz niedriger Sparzinsen attraktiv ist.

  • Einkommensgrenze Wohnungsbauprämie 2026: 35.000 € (ledig) / 70.000 € (verheiratet)
  • Arbeitnehmer-Sparzulage: bis 470 €/Jahr bei VWL-Einzahlung
  • Wohn-Riester: 175 €/Jahr Grundzulage + 300 €/Kind

Bausparvertrag vs. Festgeld — der direkte Vergleich

Auf den ersten Blick wirken Festgeldkonten mit 3-4% Zinsen attraktiver. Doch der Bausparvertrag bietet staatliche Prämien die das Bild verändern: Ein Single mit 35.000 € Jahreseinkommen und 100 €/Monat Sparrate erhält durch WoP allein 70 €/Jahr extra — das entspricht einer Extrarendite von ~6% auf die Jahreseinzahlung.

Kosten im Überblick

KostenartTypischer WertZeitpunkt
Abschlussgebühr1,0-1,6% der BausparsummeEinmalig bei Abschluss
Kontoführung12-24 €/JahrJährlich in der Ansparphase
Darlehensgebühr0-0,3% der DarlehenssummeEinmalig bei Abruf
SonderzahlungsgebührKeine (meist frei)

Checkliste: Das brauchst du beim Abschluss

  • ✓ Personalausweis oder Reisepass
  • ✓ Steuer-ID (für staatliche Förderung)
  • ✓ IBAN deines Girokontos
  • ✓ Entscheidung: Bausparsumme (empfohlen: 30.000-50.000 €)
  • ✓ Entscheidung: Sparrate (min. 3-5‰ der Bausparsumme/Monat)

Häufige Fragen

Typischerweise 7-12 Jahre bis zur Zuteilung. Die genaue Dauer hängt von Bausparsumme, Sparrate und Besparungsgrad ab.

Ja — seit 2021 gilt die Wohnungsbauprämie auch ohne wohnwirtschaftliche Verwendung wenn der Vertrag mindestens 7 Jahre alt ist.

Die Abschlussgebühr beträgt 1,0-1,6% der Bausparsumme. Laufende Gebühren liegen bei 12-24 €/Jahr (Kontoführung).

Fazit

Ein Bausparvertrag ist kein Auslaufmodell — gerade für junge Menschen, die in 7-12 Jahren eine Immobilie kaufen wollen, ist er durch die staatliche Förderung und den garantierten Darlehenszins eine sinnvolle Ergänzung zum ETF-Sparplan.